Aktualisiert am 23.06.2026
Gesundheitliche Bedenken im Zusammenhang mit Strahlung betreffen die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) von Geräten wie Mobiltelefonen und Computern. Studien zeigen meist keinen direkten Zusammenhang zwischen EMF-Belastung und Gesundheitsschäden. Symptome können auf psychische oder Umweltfaktoren zurückzuführen sein.
Elektromagnetische Hypersensitivität (EHS) bezeichnet einen Zustand, bei dem Personen eine Vielzahl unspezifischer Symptome angeben, die sie der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern (EMF) von Quellen wie Bildschirmen, Mobiltelefonen und Basisstationen zuschreiben. Häufige Symptome sind dermatologische Beschwerden wie Rötung und Kribbeln sowie neurasthenische und vegetative Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit, Herzrasen und Verdauungsstörungen. EHS ist kein anerkanntes medizinisches Syndrom und ähnelt multiplen chemischen Sensitivitäten. Es wird unter dem Oberbegriff Idiopathische Umweltunverträglichkeit (IEI) zusammengefasst, der unerklärliche Empfindlichkeiten gegenüber Umweltfaktoren ohne erkennbaren physiologischen oder toxikologischen Ursprung beschreibt.
Die Häufigkeit von EHS schwankt stark – sie wird auf wenige Betroffene pro Million bis zu deutlich höheren Werten, wie von Selbsthilfegruppen berichtet, geschätzt. Geografische Unterschiede zeigen eine höhere Melderate in Ländern wie Schweden, Deutschland und Dänemark im Vergleich zu Großbritannien, Österreich und Frankreich. Ähnliche Symptome sind auch in der allgemeinen Bevölkerung verbreitet.
Experimentelle Untersuchungen mit EHS-Betroffenen unter kontrollierter EMF-Exposition konnten keine zuverlässige Wahrnehmung von EMF oder eine Symptomkorrelation mit EMF feststellen. Vielmehr könnten die Beschwerden durch andere Umweltfaktoren verursacht sein, etwa flackerndes Licht, visuelle Probleme durch Bildschirme, ungünstige ergonomische Bedingungen, schlechte Luftqualität oder Stress am Arbeitsplatz. Psychische Erkrankungen oder stressbedingte Reaktionen auf Ängste vor EMF-Einflüssen tragen möglicherweise ebenfalls bei.
Es existieren keine eindeutigen diagnostischen Kriterien oder wissenschaftlichen Belege für einen Zusammenhang zwischen EHS-Symptomen und EMF-Exposition; EHS wird nicht als medizinische Diagnose angesehen. Die Behandlung soll sich auf die klinischen Symptome fokussieren statt auf die Vermeidung von EMF, einschließlich medizinischer und psychologischer Untersuchungen, um andere Ursachen auszuschließen, Bewertungen und Verbesserungen der Umweltbedingungen wie Luftqualität, Beleuchtung, Lärm und Ergonomie sowie Stressminderung. Bei schweren, anhaltenden Fällen steht die symptomatische Therapie im Vordergrund.