Aktualisiert am 23.06.2026
Dieser IARC-Monograph bewertet die krebserzeugenden Risiken statischer und extrem niederfrequenter (ELF) elektrischer und magnetischer Felder. ELF-Magnetfelder durch Stromleitungen und Geräte gelten als möglicherweise krebserzeugend (Gruppe 2B). Statische Felder sind nicht klassifizierbar (Gruppe 3).
Statische elektrische und magnetische Felder sowie niederfrequente Felder werden sowohl von
natürlichen als auch von künstlichen Quellen erzeugt. Die natürlichen Felder sind statisch oder verändern sich nur sehr langsam. Das elektrische Feld in der Luft über der Erdoberfläche beträgt typischerweise 100 V/m, kann sich jedoch während starker Gewitter um das Zehnfache oder mehr verstärken. Das Erdmagnetfeld beträgt typischerweise
50 μT (König et al., 1981). Die meisten künstlichen Quellen liegen im extrem niedrigen Frequenzbereich. Die Erzeugung, Übertragung, Verteilung und Nutzung von Strom bei 50 oder 60 Hz führt zu einer weitreichenden Exposition des Menschen gegenüber ELF-Feldern in der Grössenordnung von 10–100 V/m und 0,1–1 μT sowie gelegentlich an wesentlich stärkere Felder (National Research Council, 1997; Portier & Wolfe, 1998; National Radiological Protection Board, 2001). Elektrische Energie ist ein fester Bestandteil der modernen Zivilisation. Da ELF-Felder mit biologischen Systemen interagieren können, sind Interesse und Besorgnis hinsichtlich potenzieller Gefahren verständlich.